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Open Campus: Das Phänomen Wikipedia – Wie Wissen wächst

Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien referiert am Hochschulcampus Tuttlingen

Am Donnerstag, 6. April um 19.00 Uhr findet eine Open-Campus-Veranstaltung zum Thema „Das Phänomen Wikipedia: Wie Wissen wächst“ am Hochschulcampus Tuttlingen statt. Referentin ist Professorin Dr. Ulrike Cress. Sie ist Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) in Tübingen. Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr.

Was bedeutet Prokrastination? Wer erfand die Glühlampe? Oder wo liegt eigentlich K?kaimanini? Vor mehr als 16 Jahren waren diese Informationen in gedruckten Werken zu finden. Heute liefert die Online-Enzyklopädie Wikipedia Antworten auf die meisten Wissensfragen. In 291 Sprachen erschienen bis Oktober 2015 mehr als 41.000.000 Artikel. Davon sind 2.043.274 in deutscher Sprache verfasst. Tausende von Autoren schreiben täglich ihr Wissen nieder, ergänzen, präzisieren oder löschen bestehende Informationen. Das Konzept ist banal: Jeder kann mitschreiben! „Trotz dieser Freiheit führt das nicht zu Chaos, sondern zu überraschend hoher Qualität“, merkt Professorin Dr. Ulrike Cress an.

„Wissen wird im Kollektiv erzeugt“

In ihrem Open-Campus-Vortrag macht Cress deutlich, wie diese Qualität zustande kommt. Aufbauend auf Theorien und Befunden der Psychologie und der Systemtheorie erklärt die Direktorin des IWM, wie Wikipedia – ein Projekt ohne jegliche zentrale Steuerung – funktioniert. „Wissen zeichnet nicht nur das Individuum aus. Wissen wird im Kollektiv erzeugt. Allein die Regeln des Kollektivs entscheiden über die Qualität dieses erzeugten Wissens“, ist Cress überzeugt.

Anhand des Artikels zum Reaktorunglück von Fukushima zeigt sie beispielhaft, wie das System Wikipedia den einzelnen Autor lenkt und sich sein Wissen zunutze macht. „Allerdings ist auch Wikipedia nicht frei von Verzerrungen“, fährt die Professorin fort. Eine empirische Analyse zu Kriegsbildern der Online-Enzyklopädie macht das deutlich.

Professorin Dr. Ulrike Cress forscht mit ihrer Arbeitsgruppe „Wisssenskonstruktion“ seit Jahren zu Massenkollaboration und Wissensprozessen im Internet.

Ausblick

Am Donnerstag, 4. Mai um 19.00 Uhr, setzt Professor Dr. Peter Pawelka die Erfolgsreihe „Der Arabische Winter“ fort. Sein Thema lautet „Gefährdung und Entfremdung: Die Türkei auf Abwegen?“. Pawelka war ehemals am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Tübingen tätig.

Die Open-Campus-Veranstaltungen finden am Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen im Gebäude B, Uhlandstraße 11, statt. Die Vorträge sind kostenfrei. Sie werden von der Kreissparkasse Tuttlingen unterstützt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

www.hfu-campus-tuttlingen.de/infocenter