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Berufsbild und Perspektiven nach dem Ingenieurpsychologie-Studium

Bedeutung der Ingenieurpsychologie für Unternehmen steigt

Psychologie begegnet uns auf allen Ebenen der Arbeitssystemgestaltung. Vor dem Hintergrund der vierten industriellen Revolution wird der Bedarf an Experten, die technische und psychologische Kenntnisse vereinen, in den Unternehmen steigen. Denn Anlagen, Geräte oder Software stellen bereits jetzt sehr hohe Anforderungen an den Menschen. Doch der Automatisierungs- und Vernetzungsprozess schreitet voran. In diesem Zusammenhang steigt das Bewusstsein in den Unternehmen, ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen und Produkte benutzerfreundlich zu gestalten. Dies wird zunehmend nur gelingen, wenn Mensch-Maschine-Schnittstellen intelligent konzipiert sind. Sowohl die körperlichen wie auch kognitiven Fähigkeiten der Nutzer müssen ganzheitlich berücksichtigt werden.

Insgesamt lassen sich durch solche neuen menschzentrierten Konzepte sowohl Effektivität und Effizienz als auch Akzeptanz und das Nutzerlebnis optimieren.

Der Ingenieurpsychologie-Studiengang am dritten Standort der Hochschule Furtwangen in Tuttlingen greift diese Tatsache in seinen Lehrinhalten auf. Nach dem erfolgreichen Studieren erhalten Sie den Abschluss "Bachelor of Science".

Systeme werden immer schlauer

Durch Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz werden Systeme zunehmend kognitive Fähigkeiten erlangen. In diesem Zusammenhang muss beispielsweise die Frage beantwortet werden, welche Rolle Personen zukünftig in Fabriken und Produktionssystemen spielen werden. Wie genau soll die Aufgabenverteilung zwischen Mensch und Maschine gestaltet sein?

Ein in letzter Zeit stark im Fokus des öffentlichen Interesses stehendes Praxisbeispiel sind autonome Fahrzeuge. An diesem Beispiel wird sehr deutlich, welche Fragestellungen hinsichtlich der Kooperation von Menschen mit Maschinen geklärt werden müssen. Wie kann z.B. ein autonom fahrendes Fahrzeug die Aufmerksamkeit einer Person möglichst schnell bekommen, wenn ein Eingreifen erforderlich ist, ohne sie dabei zu erschrecken und dadurch eine Fehlhandlung zu provozieren? Diese Frage lässt sich nur durch den Einsatz interdisziplinären, technisch-psychologischen Wissens und entsprechender Methoden beantworten.

Aber auch in anderen, weniger öffentlich diskutierten Anwendungsbeispielen ist ingenieurpsychologisches Knowhow gefragt. Wie muss beispielsweise der Operationssaal der Zukunft gestaltet sein, so dass das immer komplexer werdende Gesamtsystem in Stresssituationen möglichst einfach und sicher bedienbar ist? Wie werden die dafür geeigneten Benutzerschnittstellen optimal gestaltet und deren Gebrauchstauglichkeit getestet?

Berufsbild und Karrierechancen

Absolventen/-innen des Ingenieurpsychologie-Studiums analysieren, entwickeln oder implementieren Produkte und sozio-technische Systeme. Sie gestalten die Interaktion von Mensch mit Maschine. Durch ihr Wissen um den Menschen, dessen Verhalten und kognitive Fähigkeiten machen sie Technik intuitiv. Sie sorgen für eine hohe Nutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Akzeptanz von Produkten und sind in allen technischen Branchen, der IT, der Medizintechnik oder in der Sport- und Freizeitartikelbranche gefragt.

Arbeitsfelder

Die Arbeitsfelder der Absolventen des Ingenieurpsychologie-Studiengangs liegen vorwiegend in der Planung und Entwicklung intelligenter Konzepte für die Mensch-Maschine-Interaktion, aber auch in der Gestaltung von Arbeitssystemen.

Sie arbeiten vorwiegend in Wirtschaft und Industrie, an Instituten für Marktforschung, in Ingenieurbüros, bei Dienstleistern für Beratung, Usability oder Schulungen sowie an Universitäten, Hochschulen oder sonstigen Bildungseinrichtungen in folgenden Bereichen:

  • Produktgestaltung und -entwicklung
  • Interaktionsdesign
  • Produkt- und Projektmanagement
  • Empirische Forschung und Methodenentwicklung
  • Mitarbeit in interdisziplinären Teams
  • Beratung und Dienstleistung, Schulungen