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Barrierefreies digitales Schlagzeug: Hochschulcampus und Lebenshilfe Tuttlingen kooperieren im Projekt Musiklusion

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Gemeinsame Pressemitteilung zur Kollaboration

Studierende und Professoren des Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen (HFU) entwickelten Anfang März in Kooperation mit der Lebenshilfe Tuttlingen ein motorisiertes Schlagzeug. Das Projekt ist eines von vielen aus dem Portfolio „Musiklusion“ von Andreas Brand, welches barrierefreies Musizieren und dadurch kulturelle Teilhabe möglich macht. 

Musiklusion steht 2020 unter dem Motto „We are a Band” („Wir sind eine Band“). Die Zielsetzung: Menschen mit und ohne Behinderung musizieren gemeinsam auf Augenhöhe. Dafür werden herkömmliche Musikinstrumente technologisch erweitert und über digitale Eingabeformate zum Klingen gebracht.

Ein erfolgreicher Förderantrag bei „Impulse Inklusion” des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg ermöglicht das Projektvorhaben.

Aufgrund der Corona-Pandemie pausiert das Projekt bis auf Weiteres.

Die Studierenden Sarah Abdelgawad, Johanna Hägele (Studiengang Ingenieurpsychologie) und Lukas Stiller (Studiengang Mechatronische Systeme) elektrifizieren das Schlagzeug. Betreut werden sie von den HFU-Professoren Dr. Andreas Gollwitzer (Elektrotechnik) und Dr. Stefan Pfeffer (Technische Produktgestaltung). Die Motivation der Studierenden ist groß: „Inklusion ist uns wichtig. Mit unserer Entwicklung tragen wir dazu bei, dass Menschen mit Beeinträchtigung Musik machen können. Sie haben wahnsinnig viel Freude damit – wie wir gesehen haben – und können fortan in einem Ensemble musizieren“, so das interdisziplinäre Team.

Genau diesen Aspekt verfolgt Projektinitiator und Musikdesigner Andreas Brand mit „Musiklusion“. Denn „Musiklusion – Barrierefreies Musizieren mit digitalen Medien – nutzt modernste Technologien, um Menschen mit Schwerbehinderungen unkonventionelle und zugleich barrierefreie Zugänge zu Musik und Klang zu ermöglichen“, erklärt Brand. „Multiperspektivische Sichtweisen, wie sie aus der Kollaboration mit dem Hochschulcampus Tuttlingen entstehen, bereichern das Projekt enorm und ermöglichen ausgefallene Projektziele. Es ist schön zu sehen, wie Menschen mit und ohne Behinderung Inklusion leben.”

Die Menschen mit Behinderung stehen im Mittelpunkt der Entwicklung des digitalen Instruments. Schließlich sollen diese damit musizieren. Das Campus-Team arbeitet deshalb eng mit den Musiklusions-Teilnehmenden David Dora, Stefan Lubini, Matthias Kurz, Markus Müller und Peter Schaz zusammen. Gemeinsame Entwicklungsphasen finden sowohl am Hochschulcampus als auch in der Lebenshilfe statt. „Durch die Zusammenarbeit können wir die Anwendung, die wir zur Bedienung des Schlagzeugs entwickeln, unmittelbar testen und Anpassungen vornehmen. Außerdem lernt man sich so kennen und hat viel mehr Spaß am Thema“, sind alle überzeugt. „Mir macht das sehr viel Spaß. Nun kann auch ich endlich Musik machen“, ergänzt Peter Schaz.

Projektziel: Konzerte und Ensembleformate in Tuttlingen und der Region

Höhepunkt und Ziel des Projekts sind inklusive Ensembleformate und Konzertaktivitäten. Dafür kooperiert Musiklusion im weiteren Projektverlauf mit der Musikschule Tuttlingen und mit lokalen Kultureinrichtungen. Zudem richtet sich das Vorhaben an die Öffentlichkeit, die eingeladen ist, mitzuwirken. Für interne Angebote der Lebenshilfe Tuttlingen, wie den Singkreis, ist das Projekt eine Bereicherung: „Einige Lieder werden bereits heute mit einem „Disklavier“ (Klavier mit digitaler Schnittstelle) selbständig aus dem Teilnehmerkreis begleitet. Das Schlagzeug kommt nun hinzu“, meint Brand.

So trommelt das digitale Schlagzeug

Das Schlagzeug wird zukünftig über digitale Eingabeformate, wie beispielsweise eine Anwendung am Smartphone, über Sensoren oder über Mischformen, spielbar. Die Ingenieurpsychologie-Studentinnen Sarah Abdelgawad und Johanna Hägele entwerfen hierfür Profile der zukünftigen Benutzer. Auf dieser Basis gestalteten sie Bedienoberflächen, die möglichst optimal auf die Fähigkeiten der Menschen mit Behinderung abgestimmt sind. Mechatronik-Absolvent Lukas Stiller wiederum kümmerte sich um die mechanische Konstruktion und die elektrische Verdrahtung der Komponenten. Zusammen programmierten sie den Mikrocontroller mit der Programmiersprache „C“, der die Schlagzeugstöcke über eine individuelle Motorenkonstruktion trommeln lässt.

Insgesamt wurden zwölf Motoren mit entsprechenden Leistungstreibern am Schlagzeug angebracht. Über den Mikrocontroller können die Schlagzeugstöcke zeitlich versetzt oder synchron mit einer Taktrate von bis zu 15 Schlägen pro Sekunde angesteuert werden. Um unterschiedliche Intensitäten zu erzeugen, ist die Schlagstärke jedes einzelnen Motors individuell veränderbar. Im nächsten Schritt entwickelt das Projektteam den Prototypen weiter, damit ein Spielen in einem Ensemble möglich ist.

Mediale Dokumentation mit Begleitbeitrag

www.andybrand.de/musiklusion-we-are-a-band

TV-Beitrag "Musiklusion" von RegioTV


Über Musiklusion

Unter dem Titel „Musiklusion“ erfindet Projektinitiator Andreas Brand mit der Lebenshilfe Tuttlingen e.V. seit 2015 individuelle Partizipationskonzepte und völlig neue Formen der Selbstwirksamkeit im künstlerisch-kulturellen Kontext. In verschiedenen Projektabschnitten setzt sich Musiklusion mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten auseinander und entwickelt den Technologieeinsatz im Kontext barrierefreien Musizierens kontinuierlich weiter. Im Jahr 2020 wird Musiklusion unterstützt von: Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, Aesculap AG, Bürgerstiftung Tuttlingen, LIONS Club Tuttlingen, S’Flohlädele Tuttlingen sowie audity GmbH.

Informationen unter www.musiklusion.de.

Über die Lebenshilfe Tuttlingen

Der „Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen Kreisverein Tuttlingen e.V.“ ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung. Der 1969 gegründete Verein ermöglicht bestmögliche Teilhabe am Leben in einer Gesellschaft mit Freude, Würde und in Selbstbestimmung. Seit 2012 steht zusätzlich die „Lebenshilfe Landkreis Tuttlingen gemeinnützige GmbH“ für dieses Ziel ein.

Maßnahmen:

  • Werkstätten für Menschen mit Lern- und teilweise körperlicher Beeinträchtigung
  • inklusive einem Berufsbildungsbereich mit ca. 220 belegten Plätzen,
  • Werkstatt für psychisch beeinträchtigte Menschen
  • inklusive einem Berufsbildungsbereich mit ca. 72 Plätzen,
  • Förder - und Betreuungsbereiche mit ca. 40 Plätzen,
  • Seniorenangebote,
  • unterschiedliche stationäre und ambulante Wohnangebote,
  • interdisziplinäre Frühförderungs- und Beratungsstelle.

Informationen unter https://lebenshilfe-tut.de.

Über den Hochschulcampus Tuttlingen

Der Hochschulcampus Tuttlingen ist ein Standort der Hochschule Furtwangen (HFU) und als Modell der Public Private Partnership angelegt: Die Ingenieurschmiede im Technologie-Hot-Spot Tuttlingen bietet sieben Bachelor- und Master-Studiengänge sowie das Schnuppersemester „Orientierung Technik“ an. Studierende lernen während ihrer Ausbildung zahlreiche Unternehmen und den Berufsalltag eines Ingenieurs kennen. Praktika finden nicht nur in den hochschuleigenen Laboren sondern auch in der Industrie statt. Betriebsbesichtigungen, Mentoring durch Fach- und Führungskräfte, Ringvorlesungen mit Experten der Industrie sowie Projektarbeiten gehören zum praxisnahen Studium.

Informationen unter www.hfu-campus-tuttlingen.de.


Bild

Von links: Professor Dr. Andreas Gollwitzer (links) beim Testing mit Markus Müller. | Das Studierenden-Team mit Andreas Brand und dem motorisierten Schlagzeug.